Ausgewählte Texte


Tod

Ich kenne keine Furcht. Warum? – Weil ich in der furchtlosen, unendlichen Gottheit verwurzelt bin. Der Tod ist bedeutungslos für mich. Auch Atomwaffen sind lächerlich. Was können sie zerstören? – Sie zerstören Materie. Sie können der Seele nichts anhaben. Niemand kann deine Seele berühren. Warum dann Angst haben? Wo ist der Tod?

Ein furchtloses Leben steht dir zu. Ein furchtloses Leben ist das Charakteristikum des geistig Strebenden.

Es gibt kein Ende für Gottesweisheit und Gotteserkenntnis.

Es gibt kein Ende für Kunst und Wissenschaft. Kunst und Wissenschaft stammen aus dem Geist Gottes, und es gibt kein Ende für den Geist Gottes. Es gibt kein Ende für die Freude Gottes.

Es gibt ein Ende für das menschliche Glück und die menschliche Freude, aber kein Ende für die Freude Gottes, die Freude des unendlichen Selbst, die Freude der unendlichen Wahrheit.

Es gibt kein Ende für den Frieden und die Macht Gottes. Es gibt kein Ende für die Freiheit und Schönheit Gottes.

Der Mensch versucht, mit seinem Wissen und seiner Schlauheit den Tod hinauszuschieben und beständige Gesundheit zu garantieren, aber immer noch ist die Menschheit dem Tod und der Krankheit ausgeliefert.

Der Mensch müht sich endlos ab, Frieden auf der Welt zu schaffen, und gründet grosse Friedensinstitutionen, doch ist Frieden für ihn weiterhin unerreichbar.

In Gott liegt die Erfüllung aller Bestrebungen und Sehnsüchte des Menschen. Das muss zuerst erkannt werden.

Stell dir vor, du seiest tot. Was geschieht? – du siehst, wie der Körper in einen Sarg gelegt und zum Friedhof getragen wird. Alles ist still. Dein toter Körper hört und sieht nichts. Und doch beobachtest du die ganze Szene. Wer ist der Beobachter?

Es ist das Ichbewusstsein in dir. Dieses kann nicht begraben werden, nur der Körper kann begraben werden. Du kannst dir den Tod des Körpers vorstellen, aber du kannst dir nicht den Tod des Ich vorstellen; denn tief drinnen ist da immer noch ein Bewusstsein, das den Tod selbst des Ich beobachtet. Das Ich in dir sieht all das. Das Ich selbst ist nicht tot. Es beobachtet und bezeugt, was mit dem Körper geschieht.

Vielleicht fragst du, warum das Ich nicht auch, wie der Körper, sterben kann?

Wenn das Ich stürbe, könntest du immer noch seinen Tod beobachten, denn es ist noch ein anderes Bewusstsein hinter dem Bewusstsein, das den Tod des Ich beobachtet. Wenn du dir vorstellst, dass selbst dieses beobachtende Bewusstsein stirbt, hast du damit schon wieder einen anderen Beobachter, der hinter diesem beobachtenden Bewusstsein steht. Je mehr du auf diese Weise in dein Inneres vordringst, desto mehr näherst du dich dem Bewusstsein, das todlos ist.

Das todlose Bewusstsein ist das Königreich des Himmels; es ist Gott in dir.

Unsterbliches Leben ist kein leeres Geschwätz oder graue Theorie. Es ist die grösste Wirklichkeit, die höchste Wahrheit. Jene grossen Weisen, die im Herzen Gottes selbst leben, erfreuen sich dieser Unsterblichkeit bewusst.

Wenn man vom unbeschreiblichen Schweigen des Göttlichen aus auf die Welt sieht, scheint sie nicht einmal eine halbe Sekunde alt zu sein, auch wenn schon Millionen von Schöpfungszyklen vergangen sind. Die Zeitlosigkeit Gottes ist etwas für den Verstand Unbegreifliches. Nur die Erfahrung des Göttlichen kann uns Unsterblichkeit gewähren. Vom Standpunkt der höheren Glückseligkeit aus gesehen ist der gewöhnliche Mensch ein vergängliches, bedauernswertes Geschöpf, wie herrlich und königlich er sich auch gebärden mag. Das Leben in einem grobstofflichen Körper ist ein grobes Versagen und ein Sturz aus der Zeitlosigkeit und Unsterblichkeit, dem unendlichen Frieden, der Kraft, Freiheit und Freude des Höchsten.

Morgen, wenn der Körper stirbt, bricht das Augenlicht, aber das Herz der geistigen Erfahrung lebt weiter. Dieses Herz ist ewig und leuchtend. Es ist ein selbstleuchtendes Herz. Es ist göttliches Bewusstsein.