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Meditation

Ein bedeutender Punkt ist das Erlangen grosser Ruhe in der Meditation. Eine solche Ruhe ist nicht nur wesentlich für den eigenen Gemütsfrieden, für das Ringen mit den untrans­formierten Kräften und um diese auf vortreffliche Weise unter Kontrolle zu bringen, sondern auch um von den dich umgebenden negativen Kräften unberührt zu bleiben; und nicht nur das, sondern auch, um die Umstände zu beeinflussen und einen beruhigenden Einfluss auf sie auszuüben.

Um einhellige Konzentration auf Gott sicherzustellen und so das Gemüt zu besiegen, muss das Gemüt vom Gewahrsein des Vielen befreit werden. Rufe deine ganze Aufmerksamkeit immer wieder zurück und konzentriere sie auf eines nur, auf Gott.

Das Herz des Heiligen wiederholt ständig: «Gott, Gott, Gott ...» Das ist das Herz des Heiligen. Das Herz des weltlichen Menschen sagt: «Mein Haus, mein Körper, mein Geld, meine Frau, mein Auto ...» Das ist das Gebet, welches das Herz des weltlichen Menschen beständig wiederholt.

Das Herz des Heiligen spricht immer mit Gott: «Herr beschütze mich, führe mich. O Gott, du bist der Vater und die Mutter der ganzen Schöpfung, führe mich weiter voran, denn als menschliches Wesen begehe ich Fehler. Ersetze mein Herz durch dein Herz. Ich bin unglücklich, wenn ich dich vergesse. Ich mache Fehler, wenn ich dich vergesse. Gib mir die Stärke, immer an dich zu denken, in allen Umständen und zu jeder Zeit.» So spricht das Herz des Heiligen.

Für eine erfolgreiche Meditation ist intensive Liebe zu Gott erforderlich. Das Objekt, das in uns intensive Liebe erweckt, stellt unsere höchste Konzentration sicher.

Wenn diese intensive Liebe fehlt, wandert das Gemüt zu anderen Dingen, und die Meditation hat keine Kraft.

Die beste Meditation ist jene, in der unsere Seele in ihrer Liebe zu Gott sich in Gott auflöst, wenn wir an nichts anderes als an Gott denken können, weil nichts anderes unser Interesse erwecken kann. Gott ist die einzige Wirklichkeit, die einzig wahre Attraktion.

Ein wenig Losgelöstheit ist wesentlich. Durch innere Losgelöstheit wird das Bewusstsein gereinigt, wird das eigene Wesen gereinigt. Wenn dieses gereinigt ist, stellt sich die Meditation von selbst ein, niemand braucht sie dich lehren. Der innere Lehrer ist vollkommen und wunderbar.

In tiefster Meditation verschwindet die Erfahrung Gottes als Gegenüber. Wir tauchen in eine Einheitserfahrung ein, in der wir Gott als Gott erfahren: Wir sind Gott, Gott ist wir, und alles vermischt sich zu einer Unendlichkeit und Unbegrenzbarkeit an Licht, Bewusstsein, Vollkommenheit.

Wie könnten wir in diesem Zustand von Gott sprechen? – Da gibt es kein Sprechen mehr. Wer ist da noch, um von Gott zu sprechen? – Es gibt niemanden mehr. In dem Augenblick, in dem es jemanden gibt, ist es ein Mensch; und für ihn gibt es die drei Dinge: den Erfahrenden, das Objekt der Erfahrung und den Vorgang der Erfahrung.

Dienen, Liebe und Meditation gehören zusammen. Wer meditiert, ohne zu dienen und ohne Liebe im Herzen, macht keinen Fortschritt.

Entwickle einen Hang zur beständigen Meditation! Ein meditierender Mensch ist voll innerem Frieden, innerem Leuchten, innerer Kraft, erfüllt von der Gnade Gottes und göttlichen Qualitäten.

Entwickle deshalb einen meditativen Geist und lass alle Arbeiten, Gedanken und Gefühle von diesem Geisteszustand ausgehen. Je meditativer dein Leben ist, desto weiser wirst du, desto näher kommst du der göttlichen Wahrheit.

Die Schwierigkeit, uns während der Meditation vom Einfluss unserer Sinne zu befreien, ist der zentrale Punkt, auf den es ankommt. Ein blosser Versuch, sich zu konzentrieren oder zu meditieren, wird uns nicht vom Aufruhr der Sinne befreien. Unsere Sinne müssen auch an anderen Fronten kontrolliert werden. Die Umstände und Situationen, die die Sinne erregen, werden sie natürlich nach aussen wenden und sie zum Kampf mit unserem Gemüt anspornen. Aber wenn wir beständig die Übung der Disziplinierung der Sinne aufrechterhalten, auch in den Stunden, in denen wir nicht meditieren, dann wird es uns sehr leicht fallen, sie zu kontrollieren, wenn wir meditieren.